Die Kiefer – Symbol des langen Lebens

In Vorausschau von vielen Wochen, in denen mir sehr viel mehr Zeit für eigene Interessen zur Verfügung steht als je zuvor, habe ich mir zu meinem letzten Geburtstag Puzzle-Spiele gewünscht. Unter anderem habe ich das wunderschöne nebenstehende Motiv bekommen, dessen 1000 Teile ich in den letzten vier Wochen mit viel Freude zusammengesetzt habe!

Das Schriftzeichen unten heißt auf Chinesisch „Chan“ (Japanisch „Zen“) und bedeutet „Versenkung, Sammlung“.

Die Kiefer gilt in der Chinesischen Tradition als Symbol des langen Lebens, von Beharrlichkeit, Genügsamkeit, Beständigkeit. Die Kiefer ist sehr anspruchslos und wächst noch in kargen Gebirgsregionen, in denen andere Bäume nicht mehr zu finden sind. Sie trotzt widrigen Umständen, Sturm, Regen, Schnee und passt sich durch ihre Wuchsform den äußeren Umständen an, ohne ihre Eigenheit und Schönheit aufzugeben. So finden wir gerade die „Krüppelkiefer“ genannten verdrehten und bizarr gewachsenen Exemplare auf vielen Chinesischen Landschaftsbildern. Da sie auch in großer Höhe wächst, wird ihr die Fähigkeit Überblick zu erlangen, die Dinge mit Abstand und aus einer anderen Blickrichtung zu sehen, zugeschrieben.

In China wird sie als einer der „Drei Freunde des Winters“ bezeichnet (die anderen beiden sind der auch im Schnee Immergrüne Bambus und die frühblühende Pflaume)

Die Kiefer wird sehr alt, 600 Jahre sind keine Seltenheit und einige Bäume der besonders langlebigen Art (pinus longaeva) können bis zu 4000 Jahre alt werden.

Da sie Immergrün ist, wurde ihre Symbolik in Osteuropa auch mit der Wiederauferstehung von Jesus Christus verbunden. Dort erzählt man sich, dass die Nägel, mit denen Jesus ans Kreuz genagelt wurden aus Kiefernholz bestanden.

Die Symbolik der Neu-Entstehung von Leben wird im Qigong mit dem Funktionskreis „Leber/Galle“, die die Regenerationsfähigkeit unseres Körpers bestimmen, verbunden. Und so gilt das Üben unter einer Kiefer oder der Energieaustausch mit ihr, als heilsam für das Qi von Leber/Galle, als stärkend für die Sehkraft und allgemen als günstig für ein gesundes, langes Leben.

Die Kelten nannten die Kiefer auch Feuerbaum, denn ihr Holz ist reich an Baumharz und bereits ein kleiner Kienspan konnte einen Raum erhellen und mit warmer, duftender Atmosphäre füllen.

Dieses Harz wurde wegen seiner gesundheitlichen Heilkraft in vielen Gegenden sehr geschätzt und auch das Kiefernadelöl hat eine lange Tradition wegen seiner Wirkung  gegen Bronchitis, Erkältungen, Muskelverspannungen.

Von europäischen und sibirischen Schamanen wird berichtet, dass sie den gelben Blütenstaub der Kiefer sammelten und bei Zeremonien in die Glut warfen. Der leicht entzündliche Staub führte dann zu Stichflammen und Funkenregen.

Im „Baum-Orakel“ steht die Kiefer für eine große, warme Grundenergie, die einem helfen kann trotz widriger Umstände Geduld und Beharrlichkeit zu behalten und eine neue Perspektive zu entwickeln.

In meiner jetzigen Situation nehme ich mir die Kiefer als Vorbild – geduldig im Heilungsprozess zu bleiben (auch wenn gerade tatsächlich meine Beinmuskeln sehr abbauen…) und die Dinge mit einem weiten Blick zu betrachten. Im Augenblick genieße ich meine relative Untätigkeit sogar!

Bis bald!

 

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