Laozis Daodejing gehört zur Weltliteratur, ist das, nach der Bibel, am häufigsten übersetzte Buch und doch geht die darin enthaltene Weisheit allmählich verloren. Es hat über viele Generationen und Länder hinweg Menschen fasziniert und bietet die Möglichkeit, Unterschiedliches in ihm zu entdecken. Doch hat das nichts mit Beliebigkeit zu tun, sondern enthält die Chance, Vieldeutigkeit (Ambiguität) auszuhalten und Differenz zuzulassen – eine Fähigkeit, die wir in dieser, immer komplexeren, Welt gut gebrauchen können.
Was könnte interessant daran sein, sich mit einem rund 2400 Jahre altem Werk zu beschäftigen? Wie kann es sein, dass diesem kleinen Büchlein die Fähigkeit innewohnt, auf geradezu mystische Weise (Viktor Kalinke), die Antworten zu geben, die wir gerade suchen? Was können wir aus seiner Handlungsmaxime „Nicht-Tun“ lernen – für unseren Übungsweg, für unseren Alltag? Wo gibt es Bezüge zur christlichen, bzw. buddhistischen Mystik? Wie können wir uns, jede und jeder auf seine ganz persönliche Weise inspirieren lassen?
Antworten darauf lassen sich nur ganz individuell finden, beim Eintauchen in die faszinierende Welt dieser alten chinesischen Weisheitstradition! Seit Jahrzehnten begleitet mich das Daodejing und neben vielen unterschiedlichen Übersetzungen, sinologischen und philosophischen Kommentaren dazu, inspirierte mich die Aussage von Li Zhi-Chang, dass das kleine Werk als mystischer Erfahrungsbericht von großer Tiefe gelesen werden kann. Es versucht sich dem „Dao“ zu nähren, beschreibt seine Wirkkraft und regt an, das eigene Handeln zu reflektieren. Der Mensch im Einklang mit dem Dao wird als fürsorgend, ohne ständige Vergleiche, das Einfache schätzend, in Klarheit verweilend, beschrieben.
Es ist ein wohltuender Gegenentwurf gegen das Getriebensein unserer Zeit, gegen Gewalt und voller ökologischer Weisheiten im Umgang mit der Natur und beschreibt gleichzeitig die tiefgründige Erfahrung des „Einswerden mit dem Dao“.
Hermann Hesse schrieb 1911: „…..Es handelt sich hier nicht um ein Kuriosum und eine literarisch-ethnologische Rarität, sondern um eines der ernsthaftesten und tiefsten Bücher des Altertums überhaupt.“
Die Verbindung zwischen Bewegung – Meditation – Philosophie regt mich seit langem zum Suchen und Erforschen an – so ist 2021 das Laozi-Projekt entstanden, in dass man jederzeit einsteigen kann.
So geht das Laozi-Abo: Jeden Monat versende ich mindestens zwei pdf-Dateien, die jeweils einen schön gestalteten Vers, teilweise mit unterschiedlichen Übersetzungen, mit ausführlicher Kommentierung und soweit möglich, mit Hinweisen zu unserer Übungspraxis enthalten. Bei 81 Versen dauert es eine Weile, aber nach wie vor erscheint mir das gewählte Verfahren – über mehrer Jahre regelmäßige Beschäftigung mit den Versen – passend zum Thema. Es ist ein sanftes, gleichmäßiges, nachhaltiges immer tiefer Eintauchen, ein wahres Verinnerlichen – ganz im Gegensatz zu unserer schnelllebigen Zeit! Einmal im Jahr biete ich ein Austauschtreffen via Zoom an. Zu Beginn erhaltet ihr zudem ausführliche Texte zu den Besonderheiten der chinesischen Sprache und Philosophie-Geschichte.
Für ein Jahr beträgt die Gebühr 60 € – ein Einstieg ist jederzeit möglich und am Ende des ersten Jahres entscheidet ihr, ob ihr die Texte weiterhin bekommen möchtet. Bei Interesse einfach per Mail bei mir anmelden.
Das Bild zeigt eine traditionelle Tuschezeichnung, Laozi auf einem Wasserbüffel nach Westen reitend – er hatte genug von der korrupten Gesellschaft und wollte sich endgültig zurückziehen, als er von einem Grenzwächter gebeten wurde, seine Weisheit darzulegen. So ist der Legende nach das Daodejing, der Klassiker vom Dao uns seiner Wirkkraft, entstanden







