Qigong

Qigong ist ein Sammelname für eine ganze Reihe, teilweise Jahrtausende alter Möglichkeiten zur Arbeit mit und an der eigenen Lebensenergie, die der Erhaltung der Gesundheit, der Förderung von Heilungsprozessen und der spirituellen Entwicklung dienen.

Qi“ bedeutet Lebensenergie, die Japaner haben hierfür das Wort „Ki“ und die Inder „Prana“.
gong“ heißt: arbeiten, sich bemühen, üben.

Im Sinne der chinesischen Medizin ist der Mensch gesund, solange das Qi im Körper ausreichend vorhanden ist, gleichmäßig und harmonisch fließt und der Geist zur Ruhe kommen kann. Auf diese Harmonie muss man sich immer wieder entsprechend der eigenen Konstitution, der Jahreszeit, des Lebensalters und vieler anderer Faktoren neu einschwingen.

Im Qigong gibt es also nicht „etwas“, dass wir erreichen und festhalten könnten, sondern es ist der Weg „zur Pflege des Lebens“, wie eine alte Bezeichnung der Übungen lautet. Dies geschieht durch Körperhaltung, Bewegung und Atmung aber vor allem auch durch die bewusste Lenkung unserer Aufmerksamkeit und durch das Eintreten in einen tiefen Ruhezustand.

Die mittlerweile unüberschaubar gewordene Anzahl der Übungen kann man unter verschiedenen Kriterien zusammenfassen:

  • nach der Art der Ausführung: Inneres und Äußeres Qigong, Stilles Qigong und Qigong in Bewegung
  • nach der zeitlichen Entstehung: traditionelle Übungssysteme und neuzeitliche Entwicklungen
  • nach ihrer Herkunft: daoistische und buddhistische Schulen, Qigong in der Kampfkunst, medizinisches Qigong

Die meisten Übungssysteme enthalten Übungen im Stehen, Sitzen, Gehen oder Liegen, mit und ohne Bewegung. Viele Übungen lassen sich dem Alter, der Konstitution und der momentanen gesundheitlichen Verfassung anpassen. Qigong verhilft zu Ausgeglichenheit und innerer Balance, fördert Erholungsvorgänge und kann durch eine entspannte Sammlung auf das Üben die Gedankenflut eindämmen und den Geist klären. Auf der körperlichen Ebene stärkt Qigong das Immunsystem, macht beweglich und flexibel, reguliert den Stoffwechsel und sensibilisiert uns für das Zusammenspiel der inneren Organe.
Die Übungen entfalten ihre Wirkung, wenn wir regelmäßig und mit innerer Anteilnahme und Freude üben ohne eine Entwicklung forcieren zu wollen.