„Die Drei Schätze des Dao“

geschrieben von am Oktober 30, 2012

„Die Drei Schätze des Dao“

Endlich sind diese lange vergriffenen Basistexte der Inneren Alchemie wieder erhältlich!

Vor über 20 Jahren hat Thomas Cleary die Zusammenstellung zentraler Texte zu diesem Thema erstmals herausgegeben, lange waren sie vergriffen und sind nun im Steinrich Verlag wieder erschienen.

Um die Neuauflage zu unterstützen, habe ich etliche Exemplare in Kommission genommen und bei Interesse könnt ihr sie ab Anfang Dezember bei mir in den Kursen bekommen, bzw. zugeschickt bekommen.
Hier könnt ihr meine Rezension zu dem Buch lesen:

Die drei Schätze Jing, Qi, Shen (von Cleary als Vitalität, Energie und belebender Geist übersetzt) stellen das wesentliche Konzept der chinesischen Kultur dar, sind Bestandteil der Heilkunde, der spirituellen Tradition und Grundlage der inneren Künste wie Qigong und Taijiquan.

Allein Thomas Clearys  Einleitung zu den drei Schätzen ist lesenswert, da geschichtliche und soziale Aspekte dieser Konzepte beschrieben werden.

Der gesamte Band enthält Ausschnitte daoistischer Literatur aus den vergangenen 2500 Jahren. Er beginnt mit dem Daodejing und anderen Grundlagentexten des philosophischen Daoismus wie Zhuangzi oder Huainanzi. Durch jeweils kurze Einführungen wird auch der politische und soziale Kontext erhellt, in dem diese Schriften entstanden sind, was wesentlich zum Verständnis beiträgt. Thomas Cleary versucht in seinen Übersetzungen nahe am Geist dieser alten Weisheitstradition zu bleiben und eine christlich-abendländische Färbung der Sprache, wie wir sie oft in den Übersetzungen von Richard Wilhelm finden, zu vermeiden.

In diesen Texten ist vom ewigen Wandel, der Unsterblichkeit und dem „Wahren Menschen“ die Rede. Die alchemistische Forschung war die Suche nach einem Weg diese Ideale zu verwirklichen, um so „das Dao zu erlangen“.

Dieser Weg, oft als Herstellung des Elixiers oder der Goldenen Pille beschrieben, führt über das tiefe Verständnis von Yin und Yang zur Läuterung, Verfeinerung und Transformation der drei Schätze Jing, Qi und Shen zur großen Leere, zum Dao.  Im Laufe der Jahrhunderte bildeten sich unterschiedliche Schulen heraus, die ihre Übungswege zumeist in sehr bildreicher und verschlüsselter Weise weitergegeben haben.

Auch wenn diese Schriften geheimnisvoll und kryptisch sind, Thomas Cleary versteht es durch verständlich geschriebene Erläuterungen die verschiedenen Strömungen begreifbarer zu machen. Zwei wesentliche Richtungen haben sich entwickelt: Eine mehr an der Energiearbeit und den körperlichen Prozessen interessierte Südliche Schule und die auf spirituelle, meditative Übungen ausgerichtet Nördliche Schule, die sehr stark vom Chan-Buddhismus (Zen) beeinflusst war.

Für Qigong oder Taijiquan Praktizierende ist dieses Buch eine Fundgrube.  Hier finden wir die philosophischen, psychologischen und spirituellen Grundlagen dieser Energiearbeit und Bewegungskunst. „Die Drei Schätze des Dao“ erinnert an die tieferen philosophischen und spirituellen Inhalte und ist in einer Zeit, in der die äußeren Formen oft im Vordergrund stehen, eine Bereicherung für jeden intensiv Übenden.

Hier ergibt sich die Möglichkeit anhand von Quellentexten zu erkunden, wie sich Buddhismus, Daoismus und Konfuzianismus im alten  China berührt und teilweise beeinflusst haben.

Und jenseits von Daoismus / Buddhismus finden wir hier eine tausende Jahre alte Quelle von Achtsamkeitsübungen, die sozusagen in Religions-neutraler Form heute in vielen Bereichen von Medizin, Psychologie und allgemeiner Lebensgestaltung wieder Einlass finden.

Thomas Cleary (Hrsg.)
Die Drei Schätze des Dao
Basistexte der inneren Alchimie

Aus dem Englischen von Ingrid Fischer-Schreiber
Neuausgabe, erscheint Oktober 2012
12 x 19 cm, 352 Seiten, gebunden
€ [D] 24,90   € [A] 25,60   CHF 43,70
ISBN 978-3-942085-28-1